Carina Konrad

Planungssicherheit für Sauenhalter herstellen

Abwanderung ins Ausland verhindern
Schweine
Bild: shutterstock.com

Ab dem 1.1.2019 sollte es einen Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration geben. Die Große Koalition hat nach fünf Jahren, in denen keine Alternative zustande gekommen ist, nun eine Fraktionsinitiative auf den Weg gebracht. Hiernach soll die Übergangsfrist für das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre verlängert werden.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung in ihrem Antrag indes auf, schnell eine Methode zur Ferkelkastration zu ermöglichen, die sowohl der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirte als auch dem Tierschutz gerecht wird.

Meine Stellungnahme: 

„Die große Koalition hat sich tatsächlich geeinigt: In dieser Woche wird im Deutschen Bundestag über die Fraktionsinitiative der GroKo für eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration debattiert. Die Bundesregierung will nun weitere zwei Jahre nutzen, um die noch immer nicht ausgereiften Alternativen "praxisgerecht" fortzuentwickeln. Was das BMEL hier als Planung voranstellt, hätte jedoch schon längst passieren müssen! Anstatt aber für Planungssicherheit bzgl. der K-Fragen zu sorgen, doktert die Bundesregierung seit Jahren an der Verabschiedung eines deutschen Tierwohllabels herum. Diese Prioritätensetzung ist an Fahrlässigkeit kaum zu überbieten. Denn die Kontrolle der mit dem Tierwohllabel zu etablierenden Haltungsbedingungen ist nur dann entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich, wenn das 4xD-Prinzip realisiert wird: Geburt, Aufzucht, Mast und Schlachtung der Tiere müssen in Deutschland erfolgen. Bei der Ferkelkastration wurde wertvolle Zeit verspielt und die Abwanderung der Erzeugung in die Nachbarländer billigend in Kauf genommen. Daran werden auch die zwei Jahre Übergangsfrist wenig ändern. Wir sind gespannt, ob die Bundesregierung zumindest bei Kastenstand und Abferkelbucht mehr Handlungsfähigkeit beweist. Die Fraktion der Freien Demokraten hat bereits vor Monaten einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der aufzeigt, wie eine Lösung gelingen kann."